Cantina Mizzon ist der Familienbetrieb von Nicola Perusi in San Pietro in Cariano, mitten im Valpolicella-Tal bei Verona. Aus derselben Rebsortenmischung, im Kern Corvina, Corvinone, Rondinella und Molinara, entstehen hier drei völlig unterschiedliche Weine: der leichte Valpolicella DOC, der kräftigere Ripasso Superiore und der dichte Amarone della Valpolicella DOCG. Der Unterschied liegt nicht in der Traube, sondern in dem, was der Keller mit ihr macht. Alle drei Weine sowie das Weingut selbst findest du auf der Weingutseite von Cantina Mizzon bei MeinWein24.
Ein Tal, eine Traube, drei Weine
San Pietro in Cariano liegt im Herzen des Valpolicella-Gebiets, wenige Kilometer von Verona entfernt. Die Weinberge von Cantina Mizzon stehen dort auf sandig-lehmigen Böden mit guter Kalkpräsenz, erzogen in der klassischen Pergola Veronese, jener Spaliererziehung, die im Tal seit Generationen üblich ist. Nicola Perusi führt den Betrieb als das, was er ist: ein Familienweingut, keine Marke mit angeschlossener Kellerei. Genau diese Betriebe sind es, die Sommelier Alex für MeinWein24 sucht, weil sich an ihnen zeigt, wie viel Handwerk in einer einzigen Flasche steckt.
Was das Valpolicella-Tal besonders macht: Fast alle bekannten Weine der Region, ob leicht oder schwer, stammen aus nahezu derselben Rebsortenmischung. Wer wissen will, was einen Valpolicella von einem Ripasso und einem Amarone unterscheidet, muss also nicht bei der Traube ansetzen, sondern beim Verfahren im Keller. Cantina Mizzon eignet sich gut, um das zu zeigen, weil das Weingut alle drei Stufen im eigenen Sortiment führt.
Valpolicella DOC: die leichte Basis
Der Valpolicella DOC von Cantina Mizzon besteht aus 60 Prozent Corvina, 20 Prozent Corvinone, 15 Prozent Rondinella und 5 Prozent Molinara. Die Molinara ist es, die diesem Wein seine lebendige Säure und Frische gibt. Er reift rund neun Monate, ohne Holzkontakt, und bleibt bewusst fruchtbetont: frische Kirsche, ein Hauch grüner Pfeffer, feine balsamische Noten mit leicht mentholartigem Einschlag. Am Gaumen ist das Tannin weich, der Abgang kurz und sauber. Mit 12 Volumenprozent ist das ein Alltagswein im besten Sinn, der zu Risotto ai funghi, Pasta mit Tomatensugo oder gegrilltem Geflügel passt, ohne dass du groß überlegen musst. Trinkreif ist er jetzt und bleibt es über die nächsten zwei bis drei Jahre.
Ripasso Superiore: die Zwischenstufe mit doppeltem Verfahren
Beim Valpolicella Ripasso DOC Superiore wird es technisch interessant, denn Cantina Mizzon geht hier einen Schritt weiter als viele andere Betriebe im Tal. Der junge Valpolicella Superiore wird zunächst auf den Trestern des Amarone ein zweites Mal vergoren, was Struktur und Würze bringt. Anschließend kommt er auf die Trester des Recioto, was Weichheit und zusätzliche Aromatik hinzufügt. Diese doppelte Führung ist der Grund, warum ein Ripasso überhaupt existiert: Er nimmt die Frucht und Frische des einfachen Valpolicella und lädt sie mit der Tiefe auf, die sonst nur der aufwendiger hergestellte Amarone hätte. Das Ergebnis reift rund 36 Monate in Eichenfässern und zeigt reife Kirsche, rotes Beerenfruchtmark, einen Hauch Pflaume und feine Gewürznoten. Mit 14 Volumenprozent verlangt er nach einem Hauptgericht, das mithalten kann, etwa Rinderbraten mit Röstgemüse, Wildragù auf Pappardelle oder gereiftem Hartkäse wie Parmigiano Reggiano. Trinkreif ist er jetzt und über die nächsten fünf bis sieben Jahre.
Amarone della Valpolicella DOCG: das Appassimento-Verfahren
Der Amarone della Valpolicella DOCG 2018 zeigt, was das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Tals ist: das Appassimento. Nicola Perusi wählt dafür die gesündesten und reifsten Trauben der Lese aus und lagert sie auf Arele, traditionellen Holz-Bambus-Gestellen, zum Trocknen. Erst danach folgen die sanfte Pressung und eine Gärung des zuckerreichen Mosts über rund 45 Tage mit den Beerenschalen. Genau dieser Trocknungsprozess, bei dem die Trauben einen Teil ihres Wassers verlieren und Zucker sowie Aromen sich konzentrieren, unterscheidet den Amarone grundlegend vom Ripasso: Beim Ripasso wird ein fertiger Wein aufgeladen, beim Amarone wird die Traube selbst vorher verändert. Nach rund 48 Monaten im Eichenfass zeigt der Wein ein intensives, tiefes Rubinrot mit Granattönen, in der Nase Marmelade von reifen roten Früchten, schwarzen Pfeffer und einen markanten Hauch getrockneten Eukalyptus. Mit 15,5 Volumenprozent ist das ein Wein für bewusste Anlässe, am besten zu geschmortem Rindfleisch, Wildbraten oder einem kräftigen Ossobuco, serviert bei etwa 16 Grad. Trinkreif ist er jetzt und über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre.
Was das für dich als Käufer bedeutet
Wenn du unsicher bist, welcher der drei Weine zu einem bestimmten Anlass passt, lohnt sich ein Blick auf den Alltag: Der Valpolicella DOC ist der Wein für den Dienstagabend, der Ripasso für das Sonntagsessen mit Fleisch, der Amarone für den Anlass, bei dem der Wein selbst das Gespräch bestimmt. Sommelier Alex empfiehlt bei Cantina Mizzon gerne, alle drei nacheinander zu probieren, weil sich daran am besten nachvollziehen lässt, wie viel Unterschied ein Kellerverfahren macht, obwohl die Ausgangstraube fast identisch bleibt. Bei Fragen zur Auswahl oder zur passenden Trinktemperatur berät dich Alex persönlich per Chat, E-Mail oder Telefon unter +43 680 2141370.
Häufige Fragen zu Cantina Mizzon und den Valpolicella-Weinen
Was ist der Unterschied zwischen Valpolicella, Ripasso und Amarone?
Alle drei Weine stammen aus einer ähnlichen Rebsortenmischung, im Fall von Cantina Mizzon vor allem aus Corvina, Corvinone, Rondinella und Molinara. Der Unterschied liegt im Verfahren nach der Lese. Der Valpolicella DOC wird direkt und ohne Holzausbau vinifiziert und bleibt leicht und fruchtig. Beim Ripasso wird ein bereits fertiger Valpolicella auf den Trestern des Amarone und teilweise des Recioto ein zweites Mal vergoren, was ihm mehr Struktur und Würze gibt. Beim Amarone werden die Trauben vor der Gärung monatelang getrocknet, wodurch sich Zucker und Aromen konzentrieren und ein deutlich kräftigerer, alkoholreicherer Wein entsteht. Bei Cantina Mizzon lässt sich diese Stufenfolge direkt im eigenen Sortiment nachvollziehen, von der Basis bis zum Amarone.
Was bedeutet Appassimento?
Appassimento bezeichnet das Trocknen der Trauben nach der Lese, bevor sie gepresst und vergoren werden. Bei Cantina Mizzon geschieht das auf Arele, traditionellen Gestellen aus Holz und Bambus. Während der Trocknung verlieren die Trauben einen Teil ihres Wassergehalts, wodurch sich Zucker, Säure und Aromastoffe konzentrieren. Erst nach dieser Trocknungsphase folgen Pressung und eine oft mehrwöchige Gärung. Das Verfahren ist der Grund, warum Amarone deutlich kräftiger, dichter und alkoholreicher ausfällt als ein gewöhnlicher Valpolicella, und es erklärt auch, warum die Herstellung so viel länger dauert und der Wein entsprechend teurer ist.
Zu welchem Essen passt ein Ripasso oder Amarone am besten?
Der Ripasso von Cantina Mizzon verträgt sich mit Gerichten, die etwas Kraft mitbringen, ohne den Wein zu erschlagen: Rinderbraten mit Röstgemüse, Wildragù auf Pappardelle oder ein kräftiges Ossobuco. Auch gereifter Hartkäse wie Parmigiano Reggiano funktioniert gut. Der Amarone verlangt nach Gerichten mit ähnlicher Dichte, etwa geschmortem Rindfleisch, Wildbraten oder Ossobuco, dazu passt auch gereifter Grana Padano. Beide Weine servierst du am besten nicht zu kalt: der Ripasso bei etwa 15 Grad, der Amarone bei rund 16 Grad, damit sich Frucht und Gewürznoten voll entfalten können.
Wie lange ist ein Amarone della Valpolicella lagerfähig?
Der Amarone della Valpolicella DOCG 2018 von Cantina Mizzon ist aktuell trinkreif und behält dieses Potenzial über die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre. Grund dafür ist die Kombination aus konzentrierten Trauben durch das Appassimento-Verfahren und dem rund 48-monatigen Ausbau in Eichenfässern, der Tannin und Frucht ins Gleichgewicht bringt. Der Ripasso Superiore ist mit fünf bis sieben Jahren Lagerpotenzial etwas kürzer angelegt, der einfache Valpolicella DOC ist als frischer, fruchtbetonter Wein für die nächsten zwei bis drei Jahre gedacht und profitiert nicht von langer Lagerung.